Ein Projekt, das uns besonders am Herzen liegt: Im Auftrag der ÖBB-Infrastruktur
AG errichten wir gemeinsam mit REVITAL Integrative Naturraumplanung GmbH
5 Biodiversitätsinseln entlang der Westbahn zwischen St. Pölten und Melk.
Das Ziel: neue Lebensräume für Wildbienen und heimische Arten direkt entlang
der Bahntrassen.
Warum Bahnbegleitflächen so wertvoll sind
Die ÖBB gehört zu den größten Grundbesitzern Österreichs – mit weit verzweigten
Liegenschaften, die durch nahezu alle Ökosysteme des Landes führen. Diese extensiv
gepflegten Bahnbegleitflächen sind in unserer oft ausgeräumten Agrarlandschaft
häufig der letzte Rückzugsort für heimische Tier- und Pflanzenarten.
Gleichzeitig ermöglichen sie durch ihre lineare Anordnung eine einzigartige
Biotopvernetzung quer durch das Land.
Genau hier setzt unser Projekt an: An strukturärmeren Standorten entstehen
Biodiversitätsinseln als zusätzliche Trittsteine im Korridorverbund der Bahn –
kleine, aber hochwirksame Habitate, die gezielt Wildbienen ansprechen.
Warum Wildbienen?
Fast 50 % aller Wildbienenarten nisten im Boden. Sie sind wichtige Bestäuber,
aber extrem vom Verlust strukturreicher Lebensräume betroffen. Mit den
richtigen Maßnahmen lassen sich schon auf wenigen Quadratmetern echte Hotspots
schaffen – und das ist unser Auftrag.
Die 5 Flächen im Detail
Alle fünf Biodiversitätsinseln liegen an der Westbahn zwischen St. Pölten und
Melk. Die Standorte sind bewusst unterschiedlich gewählt – von bahnbegleitenden
Wiesen bis zu Tunneldecken mitten im Siedlungsgebiet




Unsere Maßnahmen auf den Flächen
Jede Biodiversitätsinsel ist ein individuell geplantes Mosaik aus mehreren
Bautypen. In Summe entstehen auf den 5 Flächen:
- Sandarien (insg. 314 m²)
Offene Sandflächen als Nistplatz für Sandbienen. Wir verwenden ungewaschenen
Schotter mit hohem Feinanteil, tragen ihn in 15 cm dicken Schichten auf und
verdichten ihn durch Begehen. Angelegt werden sie als Gruben (min. 60 cm tief)
oder als Hügel (min. 2 m hoch), immer mit leichter Neigung oder Abbruchkante
für maximale Besiedelbarkeit. - Steinhaufen (insg. 223 m²)
10 Steinhaufen aus ortstypischen Steinen (Korngröße 10-40 cm), mit einer
Drainage aus Sand oder Kies als Basis. Mindestens 80-100 cm tief unter
Gelände für Frostsicherheit. Sie bieten Nistplätze für Mauer- und Sandbienen
sowie Lebensraum für Reptilien und Amphibien. - Totholz-Elemente (insg. 266 m²)
Sowohl stehendes Totholz (starke Stämme ab 30 cm Durchmesser, als
Pyramide oder Einzelstamm) als auch Totholzhaufen (3-5 m³ pro Haufen)
aus Hartholz wie Esche, Eiche oder Erle. Sie dienen als Nistplatz für
Blattschneiderbienen und als Baumaterial-Quelle für Bodennister. - Benjes-Hecke & Strauchpflanzung (insg. 125 m²)
Eine Benjes-Hecke als lebende Struktur aus Totholz und eine Strauchpflanzung
mit heimischen, nektarreichen Gehölzen. Sie bieten frühen Nektar im Jahr
und sind besonders wirksam in sonst ausgeräumten Landschaften. Technisch anspruchsvoll, ökologisch hochwirksam Die Baustellen sind alle über landwirtschaftliche Güterwege erreichbar,
verfügen aber weder über Strom noch Wasseranschluss. Jede Maßnahme muss
autark, materialeffizient und im engen 3-Monats-Zeitfenster (Oktober bis
Dezember 2025) umgesetzt werden – inklusive Baufeld-Absteckung,
Materialanlieferung, fachgerechtem Einbau und Rückbau. Was das Projekt besonders macht Nicht jedes Projekt verbindet technische Infrastruktur und aktiven Naturschutz
so direkt. Für uns als HS-Green Landschaftsbau ist es ein Paradebeispiel für
unsere Kernkompetenz: Großflächige ökologische Maßnahmen termingerecht,
fachgerecht und mit dem Wissen um jedes Detail umzusetzen. Wir danken der ÖBB-Infrastruktur AG und REVITAL Integrative Naturraumplanung
für das Vertrauen – und den Wildbienen für ihren hoffentlich baldigen Einzug. hsgreen #landschaftsbau #biodiversität #wildbienen #öbb #artenvielfalt naturschutz #teamwork